Isabelle

Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) und Folgen einer Gehirnblutung

Durch eine Gehirnblutung ist mein Gehirn an einem Tag um 20 Jahre gealtert.
Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, verliere mein Gedächtnis.
Ich kann kein Buch mehr lesen.

Niemand sieht, dass ich behindert bin.
Manchmal muss ich es sagen,
sonst finden mich die Leute seltsam oder unsympathisch.
Sie sind verärgert, wenn ich ihren Namen vergesse aber
ich mache das nicht absichtlich.

Ich habe meinen Job verloren, den ich liebte.
Ich bin seit 2017 krankgeschrieben.
Ich hätte meine Arbeit gerne angepasst, vielleicht Teilzeit arbeiten.
Es ist moralisch schwer, nicht mehr arbeiten zu können.
Ich hätte mich gerne nützlich gefühlt.
Ich habe fünf Enkelkinder, die ich liebe.
Aber ich habe nicht mehr genug Kraft, um eine fitte Großmutter zu sein.

Ich war nie ein negativer Mensch. Niemals.
Aber seit dieser Hirnblutung werde ich immer trauriger.
Es ist, als würden zwei Menschen in mir leben.
Die eine, die ich immer war, und die andere, die nicht mehr richtig funktioniert.
Diese unsichtbaren Beeinträchtigungen sind für andere aber
auch für mich selbst schwer zu akzeptieren.