Paul

Chronische Angst-Depressions-Störung

Es ist nicht angenehm, sich anders zu fühlen.
Ich möchte in der Menge verschwinden, um nicht aufzufallen.
Denn alles, was aus der Menge hervorsticht, zieht Blicke und Urteile auf sich.

Nach außen erscheine ich vielleicht wie jemand, der funktioniert.
Aber in Wirklichkeit ist es eine enorme Anstrengung, dieses Bild aufrecht zu erhalten.

Ich habe viele dunkle Gedanken in mir.
Es ist ein täglicher Kampf.
Ich versuche, meinen Kindern das Bild eines starken Vaters zu geben.
Ich mache ihnen die Welt schön.
Ich selbst denke und fühle aber oft das Gegenteil.
Ich habe versucht mein Leben zu beenden, weil mich so nutzlos fühlte.
Für viele Menschen existiert dieses innere Leiden nicht, weil es nicht sichtbar ist.

Man nennt mich oft Hochstapler, Schmarotzer, Versager…
Sobald ich sage, dass ich krankgeschrieben bin, beachten mich die Leute nicht mehr.
Heiraten, Kinder bekommen, einen Vollzeitjob und ein Haus – das ist es, was erwartet wird.

Alle, die nicht da hineinpassen, gelten als anders.
Ich nehme davon Abstand und sage mir immer wieder,dass ich kein Versager bin.
Vielleicht bin ich sogar besonders stark, weil ich nach jeder großen Depression immer wieder zurück ins Leben finde.